Mini DV unterscheidet sich fundamental von analogen Bandformaten wie VHS und Hi8. Die magnetische Aufzeichnung ist keine kontinuierliche Wellenform — sie sind binäre digitale Daten. Das bedeutet: Der Ausfallmodus ist ebenfalls ein ganz anderer. Während eine analoge VHS-Kassette sich allmählich in Rauschen und Tracking-Fehler auflöst, versagt ein Mini-DV-Band katastrophal in sogenannten „digitalen Dropouts" — Momenten, in denen die digitalen Daten überhaupt nicht mehr gelesen werden können und das Bild einfriert, in farbige Blöcke zerfällt oder schwarz wird.
Das zugrundeliegende Band ist Metal Evaporated (ME) — eine extrem dünne Schicht verdampften Kobalts auf einer Polyesterbasis. Die Datendichte ist enorm (über 25 Megabit pro Sekunde Video). Genau diese Dichte macht Mini DV so fragil: Die kleinste Verunreinigung am Wiedergabekopf, der winzigste Oberflächenkratzer am Band oder das kleinste Staubpartikel zwischen Kopf und Band kann Hunderte Bits an Daten auslöschen — und das wird im fertigen Video als sichtbarer Dropout erkennbar.
Das andere Problem ist der Aufzeichnungsmechanismus selbst. Mini-DV-Camcorder nutzten winzige, schnell rotierende Kopftrommeln, die anfällig für Verstopfungen waren. Ein verstopfter Kopf las die Daten nicht korrekt, und viele Heimaufnahmen haben dauerhafte Dropouts, die schon bei der ursprünglichen Aufnahme entstanden sind — verursacht durch Verstopfung während des eigentlichen Filmens. Eine professionelle Restaurierung kann manchmal über diese Dropouts hinweg interpolieren, indem sie die umliegenden Bilder nutzt.