Fotografische Dias enthalten drei Schichten organischer Farbstoffe — Cyan, Magenta und Gelb — die in einer Gelatineemulsion auf einer transparenten Filmbasis eingebettet sind. Diese Farbstoffe waren nie dauerhaft. Über die Jahrzehnte verblassen sie unterschiedlich schnell und verursachen Farbverschiebungen, die sich mit jedem Jahr verschlechtern.
Kodachrome ist das stabilste Diamaterial, das jemals hergestellt wurde — aber selbst Kodachrome verblasst. Der Cyan-Farbstoff zerfällt zuerst und verursacht eine allmähliche Verschiebung zu warmen Magenta-Tönen. Ektachrome und Agfachrome verblassen schneller, wobei sowohl Cyan- als auch Gelbfarbstoffe anfällig sind und oft einen charakteristischen Blau-Violett-Stich erzeugen. Fuji-Diafilme neigen dazu, ins Grün zu kippen, weil die Magenta-Schicht zuerst verblasst.
Neben dem Farbausbleichen droht Dias eine biologische Gefahr: der Pilzbefall. Unter feuchten Lagerbedingungen ernähren sich mikroskopische Pilze von der Gelatineemulsion und erzeugen verzweigte Filamente, die sich dauerhaft in die Bildoberfläche eingravieren. Ist der Pilzschaden erst einmal etabliert, lässt er sich nicht mehr vollständig rückgängig machen — aber er kann gestoppt werden, und das Dia kann gescannt werden, bevor weitere Schäden auftreten.
In Diamagazinen gerahmte Dias sind zusätzlich anfällig für „Newton-Ringe" — regenbogenfarbene Interferenzmuster, die entstehen, wenn das Dia gegen seine Rahmung drückt. Glasgerahmte Dias können Kondenswasser zwischen Glas und Film entwickeln, was den Pilzbefall in einem abgedichteten, feuchten Mikroklima beschleunigt.